Projekt
Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI
Beurteilung der Gesamtumweltexposition von Silberionen aus Biozid-Produkten
Beurteilung der Gesamtumweltexposition von Silberionen aus Biozid-Produkten
Die bakterizide Wirkung von Silber beruht auf einer kontinuierlichen Freisetzung von Ionen, die auf drei Arten die bakterizide Eigenschaft bedingen. Zum einen reagieren sie mit schwefelhaltigen Enzymen der Zellwand und führen dort zur Störung des transmembrösen Stoffwechsels, zum zweiten werden sie wie essentielle Calciumionen von den Zellen aufgenommen, binden an die DNA und verhindern die Reproduktion. Zum dritten verringern sie die Adhärenz der Mikroorganismen an Oberflächen. Je kleiner die Teilchen sind, desto größer ist die Oberfläche, auf dem die Ionisierung und Lösung der Silberionen stattfindet, so dass verstärkt nanoskalige Silberpartikel eingesetzt werden. In Abhängigkeit vom Produkt kommt Silber in freier oder gebundener Form vor.
Zielsetzung der Arbeit ist es, belastbare Daten zur Menge und Art des Eintrages von Silberionen sowie zum Verbleib in der Umwelt zu gewinnen. Als Arbeitsschritte sind vorgesehen:
- Überblick über die in den Bundesländern vorliegenden Silbermessungen in Umweltkompartimenten wie Oberflächengewässern, Sedimenten, Abwässern und Klärschlämmen. Soweit möglich werden Entwicklungstrends für Oberflächengewässer, Sedimente, Grundwässer und die Böden in Deutschland abgeschätzt.
- Überblick über die Produktion und den Verbrauch von Silber in Deutschland. Hierbei werden auch innovative Anwendungen wie Nanosilber-Beschichtungen mit untersucht. Als Basis dienen Literaturauswertungen, amtliche Statistiken und Informationen von Industrieverbänden wie der Fachvereinigung Edelmetalle e.V.
- Durch Betrachtung ausgewählter Produkte „von der Wiege bis zur Bahre“ sollen die Expositionspfade der Silberionen in die Umweltkompartimente dargestellt werden.